Samstag, 8. April 2017

Gemüse vorziehen III: pikieren

Gemüse pikierenGemüse pikieren
Gemüse pikierenGemüse pikieren

Die Rettiche haben sich ganz schön Zeit gelassen, aber vor ein paar Tagen war es endlich soweit. Ich konnte den nächsten Schritt in Angriff nehmen und das Gemüse pikieren. Nun warte ich nur noch auf die Tomaten und die Sommerblumen.

Der richtige Zeitpunkt zum Pikieren ist gekommen, wenn die kleinen Pflanzen das erste charakteristische Blattpaar nach den Keimblättern entwickelt haben. Auf den Fotos seht Ihr deutlich den Unterschied zwischen den Blättern.

Was bedeutet "Gemüse pikieren" und warum macht man das?


Gemüse pikieren bedeutet, die jungen Pflänzchen einzeln in Töpfe zu setzen. Bei der Aussaat habt Ihr noch Platz gespart und mehrere Samen ziemlich dicht gesät. Irgendwann brauchen die Jungpflanzen aber einfach mehr Raum und den verschafft Ihr ihnen durch das Pikieren. Natürlich könntet Ihr auch gleich einen Samen in einen Topf säen und Euch das Pikieren sparen. Es hat jedoch auch den Vorteil, dass Ihr das Wachstum der Wurzeln anregt. Denn beim Umpflanzen fügt Ihr den zarten Wurzeln kleinste Verletzungen zu, was sie zu stärkerer Verzweigung veranlasst. Pflanzen wie Tomaten wachsen sogar besser, wenn Ihr sie auch ein paar Tage nach dem Pikieren noch ab und zu ärgert, indem Ihr den Stiel zwischen zwei Fingern etwas bewegt.

Gemüse pikieren - so geht's


Ihr braucht:
  • Pikierstab (alternativ ein anderes Stäbchen)
  • vorbereitete Töpfe mit Erde
  • Fingerspitzengefühl

Zunächst solltet Ihr die Keimlinge noch einmal gießen, damit die Erde besser an den feinen Wurzeln haften bleibt. Dann bereitet Ihr Euch die neuen Töpfe vor, indem Ihr sie mit Erde füllt, diese gut andrückt und mit dem Pikierstab ein kleines Pflanzloch aushöhlt. Und dann heißt es gaaaaanz vorsichtig sein: Mit Eurer nicht dominanten Hand fasst Ihr das Pflänzchen, das Ihr pikieren wollt, ohne zu ziehen. In der dominanten Hand haltet Ihr den Pikierstab und lockert ganz sachte die Wurzeln, bis Ihr spürt, dass Ihr die Pflanze zart mit der anderen Hand herausziehen könnt. Bei einigen Pflanzen könnt Ihr gut entwickelte Wurzeln noch minimal mit der Schere kürzen. Die Rettichwurzeln waren jedoch so hauchfein, dass ich darauf verzichtet habe. Nun setzt Ihr die Pflanze in das Pflanzloch und stellt mit dem Pikierstab sicher, dass die Wurzel nicht nach oben gebogen wird. Das Pflanzenbaby setzt Ihr etwas tiefer ein als zuvor, um den Stand zu stabilisieren. Die Erde rundherum schön festdrücken und noch mal vorsichtig angießen. Fertig. 

Das Pikieren ist für das Gemüse eine ziemliche Belastung und es kann ein paar Tage dauern, bis es sich erholt hat. Dann kommt aber auch der ersehnte Wachstumsschub und bald schon könnt Ihr die Pflanzen ins Beet setzen.


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