Sonntag, 9. Juli 2017

Zwerge versteckt im Unterholz

Versteckter GartenzwergVersteckter Gartenzwerg

Meine Einstellung zum Thema Gartenzwerg ist bestenfalls als kritisch zu bezeichnen. Er mag als Symbol für deutsche Kleingartenkultur stehen, doch ist es nicht gerade dieses Symbol, das Du mit Spießigkeit, Kitsch und Rückzug ins Private verbindest? Ich schrieb schon in einem früheren Artikel, dass wir von unseren Vorpächtern eine Gartenzwerg-Bataillon übernommen haben. Bei mir wurden sie stante pede vom offensiven Mittelfeld auf die Ersatzbank strafversetzt (meine erste und letzte Fußball-Metapher, versprochen). Die Ersatzbank, das ist ein kleiner Vorsprung in einem schmalen Durchgang, wo sie geduldig ihr Schicksal abwarten. Dass wir die Zwerge überhaupt vorläufig behalten haben anstatt sie gleich achtkant rauszuschmeißen, verdanken die kleinen Bergarbeiter nur einer leidenschaftlichen Fürsprecherin, die mir bei ihrem ersten Besuch in unserem Garten das Versprechen abrang, es wenigstens einmal mit ihnen zu versuchen. Ich war nun kurz davor, die teilweise sehr bunten Plastikzwerge endlich zu entsorgen, als ich auf einen Artikel des leider eingestellten Familiengartenblogs stieß. Dort gibt es einen geheimen Zwergenpfad hinter dem Haus. Die Idee, dass die Zwerge wie in einem Märchenwald einen geheimen, nicht einsichtigen Pfad bevölkern, finde ich sehr niedlich, das muss ich sagen. Besonders, weil ich mich durch meinen Neffen in letzter Zeit stärker mit dem Thema Kinder im Garten beschäftige. Zwei dezentere Exemplare, aus Keramik statt Kunststoff und in verblassten Farben statt knallbunt, haben nun eine neue Wohnstatt gefunden. In einer schattigeren Ecke linsen sie aus japanischer Herbstanemone, Farn und Bergenien heraus. Sie werden nur von jenen entdeckt, die offenen Auges und Geistes durch den verwunschenen Garten spazieren und ganz genau hingucken. Doch Vorsicht! Auf den zweiten Blick sind sie vielleicht schon wieder verschwunden und verstecken sich!


Donnerstag, 22. Juni 2017

Feengarten mit Haus für die Elfen


Liebes kleines oder großes Kind. Glaubst Du an Feen, Elfen und Kobolde? Nein? Und was denkst Du, wer immer Deine Schlüssel an einen anderen Ort legt als den, wo Du sie hingelegt hast? Wer hat wohl heimlich die Tasse zerschlagen, deren Bruchstücke plötzlich auf dem Boden lagen? Und wer klappt immer und immer wieder den Toilettendeckel hoch, obwohl Du ihn doch ganz sicher zugemacht hast? Ich verrate Dir ein Geheimnis. Komm dazu lieber etwas näher, dann flüstere ich es Dir ins Ohr: Feen gibt es wirklich. Nur des Nachts kommen sie heraus, wenn kein Mensch sie sehen kann. Natürlich ist dadurch fälschlicher Weise die Information in die Welt gelangt, es gebe sie überhaupt nicht. Auf Maikäfern reiten sie durch die Lüfte und auf den Blättern von Seerosen drehen sie Pirouetten. 

Mit Feen stellt man sich lieber gut. Dann erweisen sie Dir kleine Gefälligkeiten anstatt Dir Streiche zu spielen. Sie haben nämlich so allerlei Flausen im Kopf und treiben allzu gerne Schabernack. Baust Du ihnen aber einen Haus und gibst ihnen einen Garten, in dem sie sich austoben können, dann stehen sie Dir stets treu als gute Geister zur Seite. 

Einen Feengarten bauen: So geht es